Schülerinnen und Schüler und entdecken Zeitgenössische Kunst

 

Ein Ausstellungsprojekt, in Kooperation der Kerschensteinerschule mit dem Nassauischen Kunstverein Wiesbaden.
Ein Projekt, das von der SCHUFA Holding AG gefördert wurde und Arbeiten von Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 18 Jahren zeigt, die aus ihrer Heimat geflüchtet sind. Idee und Konzept / Emad Korkis, Wiesbaden

Eröffnung: 8. Juli 2016, ab 18 Uhr
Laufzeit: 9. Juli bis 17. Juli 2016
Ort: Nassauischer Kunstverein Wiesbaden

Konzept

Durch die künstlerische Projektarbeit werden die SchülerInnen dazu motiviert, sich angstfrei in der fremden Sprache mitzuteilen, indem sie zu der gegebenen Thematik frei „erzählen“. Dabei wird das Mittel der Sprache zunächst nur sehr reduziert eingesetzt, um über sprachfreie Ausdrucksformen zu einem inhaltlichen Austausch auf Augenhöhe zu gelangen. Demzufolge steht zunächst das künstlerische Handeln im Vordergrund. Hierbei wird ein Grundwortschatz primär unter Verwendung der verschiedenen im Unterricht eingesetzten Materialien erarbeitet, vermittelt und eingeübt.

So werden die Worte und Redewendungen sinnlich trainiert, eine Verbindung von Gegenstand und Wort.
Die Auswahl der Themen entwickelt sich aus Grundfragen Heranwachsender und dem philosophische Modell: Wer bin ich?, Woher komme ich? Wohin gehe ich?
Erst in einer fortgeschrittenen Phase wird das Bilden von zusammenhängenden Sätzen geübt, indem Substantive mit Aktionen und Personalpronomen zu ersten Sätzen verbunden werden. Das Ziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler am Ende in der Lage sind, sich auf einem einfachen Sprachniveau zu verständigen und auszudrücken.
Das gesamte Lehr- und Lernkonzept beruht auf 6 Themenschwerpunkten, die jeweils einen zeitlichen eine Projektabschnitt darstellen und deren Ergebnisse innerhalb eines Ausstellungsraumes im Nassauischen Kunstverein abschließend präsentiert werden.

Projekt 1: Lebenslinie



„Lebenslinien“ werden mit verschiedenen einfachen Mitteln, z. B. Seil, Blumen, Steine, farbiges Papier aufgezeichnet –
diese stehen jeweils symbolisch für eine bestimmte Lebenserfahrung, für die individuellen Gefühle der SchülerInnen.

Projekt 2: Drei Schlüssel zum Erfolg
Welche Schlüssel führen in Deutschland zum „Erfolg“?
Die SchülerInnen visualisieren in diesem Projekt drei Schlüssel und diese auch sprachlich dokumentieren.
Durch die Lehrkraft wurden zwei wichtige Schlüssel für das Zusammenleben und den beruflichen Werdegang bereits vorgegeben: Sprache und Pünktlichkeit.



Der dritte Schlüssel wird individuell frei ergänzt.

Projekt 3: Meine Ziele

In den zwei vorangestellten Projekten richtete sich der Blick in die Vergangenheit, ab im dritten Projekt geht es inhaltlich und sprachlich in die Zukunft Es wird ein erster Blick in die Zukunft im neuen Heimatland gewagt: Was sind die persönlichen Ziele für die eigene Zukunft – wie geht es weiter? Welche Schritte führen mich an mein Ziel?
Es geht um die Formulierung von Wünschen, Träumen aber auch konkreten umsetzbare Zielen.




Projekt 4: Selbstwahrnehmung / Fremdbild: Ich und Du
Für die Interkulturelle Integration in die Gesellschaft durch Kommunikation ist der Zugang der SchülerInnen zu ihrer eigenen Persönlichkeit, ihren Wünschen, Zielen und Vorbildern die Basis um auch den Zugang zu anderen Menschen zu finden. Das Projekt besteht aus zwei Phasen, die inhaltlich an Projekt 2 anschließen.
Phase 1: Wie finde ich Dich / Euch?
Die sprachlichen Ergebnisse der SchülerInnen, die als einfache Sätze im Projekt zwei geübt wurden, werden jetzt weiter künstlerisch und sprachlich ausgeführt, es werden neue Begriffe gesammelt (z. B. Adjektive, Adverben, Präpositionen), um eine Person, die zuvor gezeichnet oder gemalt wurde, näher zu beschreiben.

Phase 2: Mein Vorbild
In der zweiten Phase innerhalb des Projektes liegt der Schwerpunkt der gestalterischen und sprachlichen Arbeit auf der Ausarbeitung präziserer Formulierungen hinsichtlich Vorbildern und differenzierten Wertebeschreibungen: Welche Person ist mein Vorbild? Wie sieht diese
Person aus? Warum ist diese Person mein Vorbild? Was finde ich an dieser Person so besonders?
Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, „gesellschaftspolitisch umstrittenen Vorbilder“ in der Gruppe kritisch zu hinterfragen, die gewählten Personen sollen keine radikalpolitisch oder -religiös motivierten Propheten, Demagogen oder Diktatoren sein.




Projekt 5: Traumhaus
Zu Hause hat immer auch mit dem Thema „wohnen“ zu tun. Durch den Einsatz vielseitiger Materialien wie Styroporplatten, Pappen, Klebefolien und Acrylfarben entwickeln die SchülerInnen Visionen ihres zukünftigen Zuhauses oder Lebensraumes dreidimensional – Kreativität und Fantasie sind dabei keine finanziellen oder statische Grenzen gesetzt. Durch das Projekt erweitern die SchülerInnen ihren Wortschatz zur Beschreibung des dreidimensionalen Raumes, Materialität und trainieren zudem handwerklichen Fertigkeiten.


Projekt 6: Wo und wer bin ich im Jahr 2026?
Private und berufliche Visionen des Einzelnen für die Zukunft, konkret im Jahr 2026 werden entwickelt. Hier geht es um Selbstbild und Fremdbild, aber auch um eine realistische Einschätzung einen möglichen Lebensweges unter Berücksichtigung des bisher Erfahrenen, eine Kombination aus Wünschen, Idealen und persönlichen Schwerpunkten und Fähigkeiten. Es ist ein Selbstportrait als Blick in die Zukunft: Wie sehe ich aus? Wo lebe ich? Wie verdiene ich meinen eigenen Lebensunterhalt?
Dazu präsentieren sich die SchülerInnen bildlich, textlich und verbal.


Begleitendes Projekt:
Freies Gestalten in Bild und Text

Dieses Projekt begleitet die anderen Projekte parallel, indem einerseits mit Schere, farbiger Plot, handwerkliche Drucktechniken, Fotokollage, Farben und anderen zum Teil noch fremden Möglichkeiten kreativen Ausdruck experimentiert werden kann, andererseits die sprachlichen Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler erstmals auch in einfachen Sätzen verschriftlicht werden.



Vor allem die Namen und Bedeutungen von Farben und das persönliches Farbempfinden haben Raum kennen gelernt zu werden.
Dieses Abschlussprojekt dient als Initialzündung zur Vorbereitung auf die anschließende Berufsausbildung der Schülerinnen und Schüler.

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