BFS Bautechnik-Mahnmal für ehemalige jüdische Schule

Projekt: Gestaltung, Herstellung und Einweihung einer Gedenkstele als Mahnmal am Platz der ehemaligen jüdischen Schule in Wiesbaden mit Schülern der BFS/11-Bautechnik

Beteiligte: 

Auftraggeber:  Kollege Udo Schläfer, Friedrich-List-Schule in Wiesbaden.

Sponsoren: Ortsbeirat – Süd-Ost; Wiesbadener Immobilienmanagement; städt. Unterstütztes Projekt: „Leonardo Schul-Award 2017“; Real – Wiesbaden und v. m. 

Ansprechpartner: Herr U. Schläfer (F.-L.-Schule), Herr G. Klos und Herr W. Hundinger, (Kerschensteinerschule)

Beteiligte Schüler: BFS 11/2 – Bautechnik,  Jahrgang: 2016/2017 Damian Trzaskowski, Tarik Isik, Stavros Chatoutsidis und Samir Kqiku. (Kerschensteinerschule)

Projektdauer: 29.11.2016 bis zum 31.03.2017 jeweils dienstags von ca. 9:00 Uhr bis 15:00 Uhr. 

Ausgeführte Arbeiten: Herstellung und Planung einer davidsternförmigen Bodenplatte als Denkmalfundament, Vorbereitung des Stellplaztes und Planung, Herstellung der Sechseckstütze auf dem Fundament und Bereitstellunng + Verarbeitung von Fliesenklebermasse am Tag der Einweihung. 

Projektverlauf: 

Zu Beginn des Schuljahres 2016/2017 fragte ein Kollege der Friedrich-List-Schule bei Herrn Klos an, ob beide zusammen ein Projekt zur ehemaligen jüdischen Schule in Wiesbaden starten sollten. Nachdem geklärt war, welche Arbeiten von wem zu tun sind, waren sich die beiden Kollegen einig und begannen mit ihren Arbeiten. Die Schüler der Friedrich-List-Schule recherchierten sehr viel zum Thema, machten aber auch praktische Vorbereitungen wie Steine mit Goldfarbe zu beschriften und die Präsentation vor zu bereiten. 

Die BFS-Schüler von Herrn Klos entwarfen die Betonschalungen und Formen. Anschließend gossen sie diese in Beton und es entstand der Rohling der Gedenkstele. 

Während der Erarbeitungen stimmten sich die Parteien immer wieder miteinander ab und überlegten, wo man die Stele aufstellen könnte. Hier kam der Gedanke, es an einem Ort zu tun, wo viele Leute vorbei kommen und das Denkmal sehen können. Beide Lehrer vereinbarten einen Termin mit dem Filialleiter des REAL an der Mainzer Straße und besprachen die Einzelheiten wie: Standort, Größe, Aussehen und Variabilität der Stele. Man vereinbarte, die Stele innerhalb eines auf dem REAL–Gelände vorhandenen Sechseck-Kübels zu errichten und legte den Platz, wo dieser stehen soll, fest. 

Hierfür stellte der REAL dankenswerter Weise eine Parkplatzfläche zur Verfügung. Mit einem Gabelstapler wurde der Pflanzkübel mit einem Durchmesser von ca. 1,60 Meter an den Standort transportiert und von den BFS – Schülern ausgerichtet und unterbaut, sodass er gerade stand. 

Die Schüler haben bereits im Dezember 2016 die sechsecksternförmige Bodenplatte entwickelt, eingeschalt, Bewehrung hierfür hergestellt und betoniert. Diese brachten sie nach dem Ausrichten des Kübels vor Ort und setzten sie mit dem Stapler in ein vorher im Kübel eingebrachtes Schotter- und Sandbett. Anschließend entwickelten die Schüler eine Sechseckschalung in Stützenform. Diese hatte eine Kantenlänge von 36,5 cm und eine Höhe von knapp 1,60 Meter. Die Schalung konnte im Lehrbauhof der Kerschensteinerschule vorgefertigt und auf dem Parkplatzgelände später zusammengesetzt werden. Als der komplette Stützenkorpus aufgestellt und sicher abgespannt war, konnte betoniert werden. Dies beanspruchte einen gesamten Praxistag mit beiden BFS- Gruppen und entsprach  einer Betonmenge von ca. 750 Litern. 

1 Woche nach der Betonage wurde die Schalung entfernt und der Beton konnte austrocknen. Da das Denkmal auf einem viel befahrenen Parkplatz stand, sicherten die Schüler nach jeder Tagestätigkeit die Baustelle korrekt mit Trassenband ab. 

Im Anschluss an die Betonierarbeiten konnten die Fliesen von einem Werksteinfachmann, Herrn Görtler, verlegt und verfugt werden. Jetzt fehlten nur noch die Schlosserarbeiten. Die wurden von einem Kunstschlosser als Messingschild, welches sich von den Fliesen abhob, angefertigt und ausgeführt. 

Am Donnerstag, den 30.03.2017 um 15:00 Uhr war es endlich soweit. Das Denkmal wurde feierlich eingeweiht. An diesem Tag waren Presse, Oberbürgermeister, jüdische Überlebende des Holocaust und viele Zuschauer anwesend. Es wurden einige Reden mit Hinweis darauf gehalten, dass sich etwas so Schreckliches Nie wieder wiederholen darf. 

Im Anschluss daran wurden die Namen der während des Holocaust deportiert und ermordeten jüdischen Schülerinnen und Schülern vorgelesen und auf dem Fuß des Denkmals mit Kleber befestigt. 

Insofern ist das neu geschaffene Denkmal, welches auch auf den Standort der früheren jüdischen Schule hinweist, auch ein Mahnmal gegen solche Verbrechen. 

Beim Projekt: „Leonardo“ haben die Schüler sogar die Leonardo-Card erhalten, die 1 Jahr gültig ist. 

Termine

« Januar 2018 »
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 01 02 03 04 05 06 07
2 08 09 10 11 12 13 14
3 15 16 17 18 19 20 21
4 22 23 24 25 26 27 28
5 29 30 31 01 02 03 04