Farbtechnik und Raumgestaltung

Die Raumausstatter

Tätigkeitsfeld
Die vier großen Arbeitsgebiete des Raumausstatters sind Bodenlegen, Wandbekleiden, Dekorieren und Polstern. Manche Firmen haben sich auf einzelne der vier Arbeitsgebiete spezialisiert und bilden aus diesem Grund nicht mehr in allen vier Arbeitsgebieten aus.

Bodenlegen: Der Bodenbelag ist die Grundvoraussetzung für ein behagliches Wohnen. Um ihn einwandfrei verlegen zu können, gehört das Wissen um die Vorbereitung fehlerhafter Untergründe dazu, z.B. Vorstriche, Spachtelmassen, Unterlagsstoffe und Kleber. Die verschiedenen Bodenbeläge wie Teppichboden, PVC, CV, Polyolefin, Linoleum, Gummi, Kork, Laminat erfordern unterschiedliche Verlegetechniken.

Wandbekleiden: Wandbekleidungen bringen Atmosphäre in den Raum. Hier kommt es ebenfalls darauf an, einen Untergrund fachgerecht für eine Tapezierung vorzubereiten. Die Verarbeitung reicht von speziellen Klebetechniken der unterschiedlichen Materialien wie Papier-, Kunststoff-, Naturwerkstoff-, Metall- , Glas-, Textilwandbekleidungen und Raufaser bis zu Wandverspannungen und Kleben von Zierleisten und Borten.

Dekorieren: Gardinen und Übergardinen sind für die harmonische Abstimmung im Raum mit Boden, Wand und Möbeln wesentlich. Hier sind Kenntnisse der verschiedenen textilen Materialien gefragt, deren speziellen Eigenschaften, Verarbeitung und Pflege. Gardinenschienen, Vorhangstangen, Drapierhaken und Spannschnüre müssen montiert werden. Auch das richtige Dekorieren, von z.B. Falten oder Freihanddekorationen, will gelernt sein. In diesen Bereich fällt außerdem der Sonnenschutz mit z.B. Rollos, Plissees, Jalousien und deren Montage.

Polstern: Die Polstermöbel tragen maßgeblich zum Sitzkomfort bei. Klassische und moderne Aufarbeitungen von Polsterungen werden leider nur noch von wenigen Betrieben angeboten.Dieser Arbeitsbereich ist sehr zeitintensiv. Es kommt hier nicht nur auf die verschiedenen Federungssysteme und Füllstoffe wie natürliche Stoffe oder Schaumstoffe an,der Aufbau, z.B. von Stilmöbeln, muss auch fachlich korrekt sein. Ebenso gehört dieBeratung bei der Auswahl eines passenden Bezugsstoffs dazu. Individuelle Maßanfertigungen von Sitzmöbeln, für z.B. sehr kleine oder große Menschen, stellen ein weiteres Arbeitsgebiet dar.

Der Raumausstatter ist mit seinen vier Arbeitsgebieten ein umfassender, kreativer Problemlöser in Fragen der Raumgestaltung und Raumausstattung. 

Voraussetzungen
Der Beruf des Raumausstatters setzt ein Gefühl für Farben und Formen voraus, verlangt handwerkliches Geschick, Freude am Umgang mit schönen Materialien und ein gewisses Einfühlungsvermögen beim Umgang mit Kunden.

Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung zum Raumausstatter dauert drei Jahre und wird im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule durchgeführt. Es handelt sich um eine duale Ausbildung, die nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) und der Handwerksordnung (HwO) bundesweit geregelt ist.In zwei überbetrieblichen Lehrgängen werden eventuelle Ausbildungslücken geschlossen. Denn die Betriebe müssen sich nach der Wirtschaftslage und den Kundenaufträgen richten.

Ausbildungsinhalte
Frau Lachnit, Frau Cagrici, Frau Francke und Frau Heil unterrichten zur Zeit die Auszubildenden des Raumausstatterhandwerks in den berufsbezogenen Lernfeldern, in Wirtschaftskunde/Politik, Deutsch und EDV. Die berufsbezogenen Lernfelder erstrecken sich von Arbeitsabläufe planen, Arbeitsplatz einrichten, Flächen gestalten, Objekte herstellen, Herstellen von Polsterungen, Verarbeiten von nicht textilen Bodenbelägen, Tapezieren von Wand- und Deckenflächen, Instandsetzen von Polstermöbeln, Montieren von Licht-, Sicht- und Sonnenschutzanlagen, Verarbeiten von textilen Bodenbelägen,  Herstellen und Montieren von Fenster- und Raumdekorationen, Räume gestalten  bis zum Bespannen von Wand- und Deckenflächen.

Zeichnen ist in den berufsbezogenen Lernfeldern integriert. Dort werden z.B. zu bestimmten Lernsituationen Freihandzeichnungen angefertigt von Sitzmöbeln, Dekorationen und Innenräumen, Flächen gestaltet, Räume in Sehstrahlperspektive und Distanzpunktperspektive gezeichnet, isometrische Zeichnungen und Abwicklungen von Sitzmöbeln angefertigt, außerdem werden Gardinenzuschnitte abgewickelt und farbliche Gestaltungsgrundsätze auch mit Hilfe von Computerprogrammen erarbeitet und ausprobiert.

Die Technische Mathematik beinhaltet den einfachen und doppelten Dreisatz, Maßstabberechnungen, Tapetenberechnungen einschließlich Rapport, Bodenbedarfsberechnungen nach dem günstigsten Verschnitt, Zinsrechnen, Polsterverschnittberechnungen, Stoffzuschnittberechnungen, Lohnberechnungen und Kalkulationen. Die Technische Mathematik wird entsprechend den berufsbezogenen Lernfeldern unterrichtet.

In Wirtschaftskunde/Politik wird außer auf aktuelle Thematiken auf Vertragsrecht, Arbeitsrecht, Sozialversicherungen, Zahlungsverkehr, EU und Institutionenkunde eingegangen.

Im Fach Deutsch liegt der Schwerpunkt auf Briefe im Geschäftsverkehr, Bewerbungsscheiben, Umgang mit Kunden und Erfassen von Texten.

In EDV werden Übungen mit Word und Excel durchgeführt,  Informationen aus dem Internet geholt und berufsbezogene CDs bearbeitet.

Der Unterricht ist fächerübergreifend, handlungsorient und berufsbezogen aufgebaut. Beispielhaft werden praktische Arbeiten ausgeführt. Kundenorientierung und Umweltschutz sind in den Lehrgängen mit eingebunden. Berufsbezogene Vorträge von außerschulischen Partnern und Betriebsbesichtigungen werden angeboten.

Prüfungen
Im zweiten Ausbildungsjahr findet eine Zwischenprüfung statt. Sie besteht aus dem Erstellen einer Dokumentationsmappe, der Bearbeitung eines Kundenauftrages, einem Fachgespräch und einer praktischen Prüfung. Sie erstreckt sich auf die Ausbildungsinhalte der betrieblichen Ausbildung und dem Lehrstoff der Berufsschule.

Die Abschlussprüfung, im Handwerk Gesellenprüfung genannt, besteht aus dem Erstellen einer Dokumentationsmappe, aus praktischen Arbeiten in den Kernqualifikationen und im jeweiligen Schwerpunkt, einem Fachgespräch und einer schriftlichen Prüfung.

Die Zwischen- und Gesellenpüfung werden bei der Handwerkskammer abgelegt.

Weiterbildungsmöglichkeiten
Die bestandene Gesellenprüfung mit dem Abschlusszeugnis der Berufsschule wird als Hauptschulabschluss anerkannt. Auszubildende mit Hauptschulabschluss können den allgemein gültigen Mittleren Abschluss erwerben durch Nachweisen von fünf Jahren Englischunterricht mit der Abschlussnote befriedigend oder Teilnehmen an einem Zusatzprogramm Englisch, durchgehenden Deutschunterricht im Rahmen der Berufsschule sowie dem Abschlusszeugnis der Berufsschule mit dem Notenschnitt befriedigend und einer bestandenen Gesellenprüfung.
Auszubildende mit Realschulabschluss können die Fachhochschulreife durch Zusatzunterricht parallel zur Berufssausbildung und durch eine zusätzliche Prüfung erwerben.
Ein Raumausstattergeselle kann durch den Besuch der Meisterschule seinen Meistertitel erhalten.Weiterbildungsmöglichkeiten zum Einrichtungsberater, zum Restaurator, zum Betriebswirt des Handwerks u.a. sind möglich.

Falls Sie weitere Fragen zum Raumausstatterberuf haben, steht Ihnen Frau Heil gerne zur Verfügung.

Projekte:
Beamer-Wandfläche,
Linoleum-Intarsie,
Teppich-Verspannung,
Flachpolstern,
Polsterung,
Markise,
Flur-Projekt,
Stuck-Projekt,
Klassenraum neu gestalten,
Tapeten-Projekt
Musterdekoration
Zug-Montage
Wandgestaltung Flur
Wandverspannungstechniken

Neues Wandbild fürs Foyer

Workshops:
Bodenbeläge Nora
Deutsches Tapeteninstitut
Schulung durch RCI Berufsgenossenschaft


Prüfung:
Prüfungskojen

Termine

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